Gruppenausstellung
Aschaffenburg, 6.August. - 10. September 2006
Berlin, 27.September. - 2. Oktober 2006
Galerie Raum Scheidswald (Website)
"Es sind aber vor allem die klar und minimalistisch angelegten, von hintergründigem Humor begleiteten und zugleich zart-poetische Klänge anschlagenden Skulpturen des Musikers und Bildhauers Kristen, die den nachhaltigsten Eindruck hinterlassen. Dabei ist es unwichtig, ob der Braunschweiger Meisterschüler von Walter Dahn nun vor Ort ein Betonrelief an die Wand giesst und es schlicht und schelmisch pour concrete betitelt, "Beton gießen" also, ob er mit turnbull blue aus einer Art Taufbecken auf malerische Art und Weise preussischblaue Farbe die Wand hinunterrinnen läßt oder ob er wie bei St John's wort kaum wahrnehmbare elektronische Musik ertönen läßt, die den Betonmantel der Lautsprecherboxen trotzdem unübersehbar aufsprengt.
Mit dem eher beiläufigen Charakter seiner sich mitunter an der Grenze der Wahrnehmbarkeit bewegenden Interventionen löst der junge Künstler exemplarisch ein, was die Schau insgesamt verspricht. Mag sein, daß in Wahrheit alles noch viel schlimmer war, Kristens Arbeiten freilich irritieren über den Moment hinaus."
Christoph Schütte, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.08.2006
"Kristen ist bei der Wahl der Titel für seine Arbeiten vom Klang der Worte fasziniert. St. John's wort, übersetzt: das Antidepressivum Johanniskraut, besteht aus zwei Beton-Skulpturen auf einem Holzpodest, die durch allerlei Rohrleitungen miteinander verbunden sind. Aus den monolithischen Kuben dringen leisen elektronische Klänge, die der Künstler selbst komponiert. So kalt und abweisend die Beton-Blöcke auch sein mögen: die leisen Töne ziehen den Betrachter an; seine Fantasie tut ein Übriges, um die Skulptur zu beleben.
Mit Klängen und Bedeutungen spielt Kristen auch in seiner Arbeit Pour Concrete. "To pour", giessen, und "pure", rein, klingen im Englischen äehnlich. Und der Besucher ist froh, wenn er nach all dem Bedrohlichen angesichts dieses sorgfältig eingeschliffenen Beton-Stroms, der sich aus der Wand ergiesst, wieder einmal entspannt lächeln darf."
Clemens Schürger, Frankfurter Rundschau, 10.08.2006